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Tiere als kulturelles Erbe

Tagung und Workshop zum 20-jährigen Jubiläum der UNESCO Konvention zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes

28. September 2023 @ 16:00 29. September 2023 @ 17:00

Halle (Saale)

Harzer Rotes Höhenvieh auf dem Kuhball in Tanne im Harz, Foto: lautwieleise, Matthias Behne.

Symposium: Tiere als kulturelles Erbe

Termin 28. und 29.9.2023
Ort: Hörsaal Zoologische Sammlung, Domplatz 4, 06108 Halle (Saale)

Symposium des Landesheimatbundes Sachsen-Anhalt in Kooperation mit dem Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alte Traditionen entsprechen häufig nicht mehr dem aktuellen ethischen Verständnis und kollidieren mit dem Tierschutzgesetz. Ethische und juristische Fragen stellen sich für die Praxis und spätestens zur Bewerbung auf die Anerkennung einer Kulturform als Immaterielles Kulturerbe der UNESCO. Tierethik und Tierschutz müssen im Bewerbungsantrag berücksichtigt werden. Unter theoretischer Fragestellung wird verhandelt, ähnlich wie bei Tieren im Theater, welchen Subjekt- oder Objektstellung die jeweiligen Tiere besitzen, als Individuen oder als Vertreter:innen einer Art. Werden Tiere als mitwirkende Akteur:innen, oder als Requisiten und Hilfsmittel eingesetzt?

Das Symposium „Tiere als kulturelles Erbe“ untersucht, was passiert, wenn Tiere Bestandteil menschlicher Kulturformen sind. Nach Halle (Saale) sind Vertreter:innen aus der Wissenschaft, der Beratungsstellen zum Immateriellen Kulturerbe oder aus Verbänden und Kulturträger:innen eingeladen, die vielschichtigen Themen aus Geschichte, Theorie und Praxis zusammenzutragen und zu diskutieren.

Die Tagung findet anlässlich des Doppeljubiläums des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes statt, das international seit 2003 und in Deutschland seit 2013 gilt. Sie wird organisiert vom Landesheimatbund Sachsen-Anhalt in Kooperation mit dem Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Anmeldung

Anmeldungen zur persönlichen oder virtuellen Teilnahme bis zum 20.9.2023 unter: info@lhbsa.de oder Tel.: 0345 – 2 92 86 10

Informationen: 
Dr. Christina May, Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V.
Beratungsstelle für Alltagskulturen und Heimatpflege

Magdeburger Straße 21, 06112 Halle:
Telefon: 0345 292 86 14
E-Mail: may@lhbsa.de 

Programm Symposium „Tiere als kulturelles Erbe“

Donnerstag, 28.09.2023

Einlass 16.15  

16.45 Uhr       Film von Andrea Graf (Landschaftsverband Rheinland)
„Mit Gebet und Gebell. Tiersegnung und -wallfahrt als religiöse Handlungen“, Film, 50 min. und Einführung von Andrea Graf

18 Uhr             Begrüßung und Einführung
Dr. Sebastian Putz, Staatssekretär für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt
Dr. Frank Steinheimer, Leitung ZNS, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
John Palatini, Geschäftsführung Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e. V.
Dr. Christina May, Referentin Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e. V.

18:20 Uhr       Prof. Dr. Barbara Wittmann (Europäische Ethnologie, Universität Bamberg)Von Tauben, Pferden und Kühen – Perspektiven auf Mensch-Tier-Verhältnisse im Kontext von Immateriellem Kulturerbe

18:50 Uhr       Dr. Martin Huth (Institut für Philosophie, Universität Innsbruck)
Die Ethik der Mensch-Tier-Beziehung und immaterielles Kulturerbe: Vom reflektierten Umgang mit (vermeintlichen?) Widersprüchen

19:20 Uhr        Diskussion (Moderation Dr. Frank Steinheimer, Dr. Christina May)

19:45 Uhr        freier Rundgang durch die Zoologische Sammlung

21 Uhr             Schluss

Freitag, 29.09.2023

9:00 Uhr         Vögel, Jäger, Hunde – Fallbeispiele

Dr. Julia Breittruck (Historisches Institut, Fernuniversität Hagen):
            Vögel zwischen Natur und Kultur in der Frühen Neuzeit

9:15 Uhr          Horst Rieche (Buchfinkengilde Harz, Hasselfelde):
                        Das Buchfinkenmanöver im Harz

9:30 Uhr          Gerhard Teuber (Verband Deutscher Falkner Sachsen-Anhalt):
                        Falknerei als Kulturerbe

9:45 Uhr          Dr. Timm Schönfelder (Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa, GWZO, Leipzig):
Zwischen Blutsport und Biotoppflege. Zur Verortung jagdlicher Kultur seit dem 19. Jahrhundert

10:00 Uhr        Jan Mohnhaupt (freier Autor, Magdeburg):
Blondi, Barry und die ,reißenden Bestien‘ – Hunde in Propaganda und Praxis des Nationalsozialismus

10:15 Uhr        Matthias Dögel (Working Dog):
Gebrauchshundewesen als Immaterielles Kulturerbe

10:30 Uhr       Diskussion

11:00 Uhr       Pause

11:15 Uhr       Immaterielles Kulturerbe an verschiedenen Orten

                        Carolin Pfeuffer (Institut für Volkskunde, München):
Allgäuer Alpwirtschaft im Spannungsfeld zwischen Traditionen und Tierwohl

                        Manuela Klotzbücher (Institut für Volkskunde, München):
Traditionelle Teichwirtschaft in Bayern – Zuchtkarpfen: Wirtschaftsfisch und namenloses Hofmitglied

                        Michael Weiß (Institut für Volkskunde, München):
Kötztinger Pfingstritt – das Pferd als Brauchobjekt

11:45 Uhr        Susann Thielecke (Züchterin, Tanne):
Das Harzer Rote Höhenvieh

12:00 Uhr        Mahoutin T. Kossouho (Seminar für Volkskunde /Kulturgeschichte, Friedrich-Schiller-Universität Jena):
Als das Wort zu Fleisch geworden ist – Über die Performativität der Sprichwörter mit Tierbild in der Tradition der Mahi Volksgruppe (Benin)

12:15 Uhr        Diskussion

12:30 Uhr        Mittagessen (auf Selbstzahlungsbasis in der Altstadt)

                        Tiere und Recht

13:30 Uhr        Dr. Marco König (Tierschutzbeauftragter, Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt):
Tierschutz und Immaterielles Kulturerbe

13:45 Uhr        Antje Reppe (Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Dresden):
Fledermaus, Wanderfalke & Co – Tierschutz im Rahmen des Bergsteigens in Sachsen

14:00 Uhr        Martin Gronau (Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin):
Tiere im Recht – das Beispiel der griechischen Antike

14:15 Uhr        Dr. Lucky Ugbudian (Alex Ekwueme Federal University Ndufu-Alike, Ebonyi, Nigeria):
Animals as Cultural Heritage: Nigerian Experience

14:30 Uhr       Diskussion

14.45 Uhr       Pause

15.00 Uhr       Postkoloniale Konflikte

                        Dr. habil. Anne Peiter (Universität von La Réunion):
Gewalt an Tieren. Gewalt an Menschen. Überlegungen zur Genozid-Prävention am Beispiel der Tier-Mensch-Beziehungen im Tutsizid in Ruanda

15:15 Uhr        Dr. Renate Schafberg (Museum für Haustierkunde der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg):
Das Karakulschaf – Facetten einer Zuchtgeschichte

15:30 Uhr        Diskussion / Ausblick

15:45 Uhr        Schluss

16.15 Uhr       Rundgang durch das Museum für Haustierkunde auf Wunsch

5€ – 10€

Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V.

0345-2928620

Veranstalter-Website anzeigen

Finkenmanöver im Harz, Beneckenstein, Pfingstmontag 2023, Foto: Daniela Friebel.