Immaterielles Kulturerbe

Referentin: Dr. Kathrin Pöge-Alder

AKTUELL
Vorschläge für Immaterielles Kulturerbe in und aus Deutschland gesucht – bis zum 30. Oktober 2017 für die Aufnahme ins Bundesweite Verzeichnis bewerben!
hier finden Sie die Informationen zum Aufruf!

Bewerbungen zur Aufnahme in die UNESCO-Liste Immaterielles Kulturerbe – Links für das aktuelle Bewerbungsverfahren 2017-18:
Kriterienkatalog: http://www.unesco.de/kultur/immaterielles-kulturerbe/in-deutschland/kriterien.html (05.04.2017)
Bewerbungsformular: http://www.unesco.de/fileadmin/medien/Dokumente/Kultur/IKE/Bewerbungsformular_IKE_2017-18.pdf (05.04.2017)
Hinweise für Antragsteller: http://www.unesco.de/kultur/immaterielles-kulturerbe/bundesweites-verzeichnis/aufnahmeverfahren.html (05.04.2017)

Welche Folgen hat ein Eintrag in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes für die konkrete kulturelle Ausdrucksform?
Die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes ist eine öffentlich sichtbare Anerkennung der kulturellen Ausdrucksform und ihrer Trägergruppen. Die Aufmerksamkeit kann dazu genutzt werden, die Lebendigkeit der Kulturformen zu erhalten. Die Träger der in das bundesweite Verzeichnis aufgenommenen Kulturformen können für nicht-kommerzielle Zwecke ein eigens geschaffenes Logo nutzen. Mit der Aufnahme ins Verzeichnis ist keine finanzielle Unterstützung verbunden.

Die die Bewerbung einreichenden Träger verpflichten sich, bestehende oder neu konzipierte Maßnahmen zur Erhaltung der kulturellen Ausdrucksform umzusetzen. So sollen Voraussetzungen für ihre weitere Ausübung geschaffen werden. Es geht also nicht um die Konservierung eines bestimmten Zustands – natürliche Veränderungsprozesse sind willkommen.
http://www.unesco.de/kultur/immaterielles-kulturerbe/faq/bundesweites-verzeichnis.html (05.04.2017)

Informationsblatt für Verfassende von fachlichen Begleitschreiben im Bewerbungsverfahren für das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes finden Sie hier.

 

Am 09.07.2013 ist in Deutschland das UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes in Kraft getreten. Damit erfahren von menschlichem Wissen und Können getragene kulturelle Ausdrucksformen eine stärkere Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Puppentheater, besondere Formen und regionale Ausprägungen von Tanz, Theater, Musik, Bräuchen, Festen und Handwerken wie zum Beispiel Umzüge, Zeremonien oder selten gewordene Herstellungstechniken spiegeln die Bandbreite dieses gelebten Kulturerbes wieder.

Gemeinden, Gruppen und Einzelpersonen aus Sachsen-Anhalt können beim Kultusministerium in zweijährigem Abstand ihre Bewerbungen um Aufnahme in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes einreichen. Die eingereichten Bewerbungen werden dann von einer Jury aus Sachsen-Anhalt fachlich begutachtet.

Die 5 Kategorien sind:

  • mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen, einschließlich der Sprache als Trägerin des immateriellen Kulturerbes (z.B. traditionelle Gesänge, Sagen, Märchenerzählungen, Redensarten);
  • darstellende Künste (z.B. Musik, Tanz, Theaterformen);
  • gesellschaftliche Bräuche, Rituale und Feste (z.B. Umzüge, Prozessionen, Karneval, Spiele);
  • Wissen und Bräuche in Bezug auf die Natur und das Universum (z.B. traditionelle Heilverfahren, landwirtschaftliches Wissen);
  • traditionelle Handwerkstechniken

Die Erstellung eines Verzeichnisses des immateriellen Kulturerbes in Deutschland und seine regelmäßige Aktualisierung ist eine Verpflichtung, die Deutschland mit dem Beitritt zum UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes eingeht (siehe Artikel 11 und 12 des Übereinkommens).

Bis April 2014 hat Sachsen-Anhalt aus acht Bewerbungen zwei Vorschläge an das Sekretariat der Kultusministerkonferenz eingereicht. Diese beiden Vorschläge sind inzwischen in die Bundesliste aufgenommen worden. Die anderen Vorschläge werden, wenn Sie grundsätzlich die Voraussetzungen des immateriellen Kulturerbes erfüllen, in die Landesliste der Bewerbungen aufgenommen. Auf diese kann in den folgenden Jahren bei der jährlichen Nominierung zurückgegriffen werden.

Aus Sachsen-Anhalt in die Bundesliste aufgenommen wurden:

Weitere Anträge im Sinne einer Landesliste für Sachsen-Anhalt:

  • „Questenfest“
  • Der „Pfingsttanz“ in der Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra
  • „Spergauer Lichtmeß“

Durch die Erstellung des Verzeichnisses rückt die Bedeutung des immateriellen Kulturerbes insgesamt und der einzelnen kulturellen Ausdrucksformen stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Dies ist eine Bestandsaufnahme im Sinne von Wissensorganisation, welche immateriellen Schätze unser Land zu bieten hat. Welche Tradierungs- und Organisationsformen in Deutschland vorhanden sind und wie weit das Spektrum der Vielfalt reicht, ist bislang weitgehend undokumentiert. Es handelt sich nicht um eine Bestandsaufnahme des „deutschen Erbes“, sondern eine Aufstellung besonderer kultureller Traditionen in Deutschland.