Demokratie

Projekt: „Du bist Politik – Vereinsdialoge“

Vereine sind die Träger des öffentlichen Lebens. Gerade in den ländlichen Gebieten Sachsen-Anhalts leisten sie einen besonders wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche Leben. Indem sie Menschen zusammenführen, vielfältige kulturelle Angebote vor Ort schaffen und die Kulturlandschaft pflegen, stiften sie Gemeinsinn und machen das Leben in den Dörfern so richtig lebenswert.

Durch die zurückliegende Verwaltungsgebietsreform aber auch durch den demografischen Wandel, der in den ländlichen Gebieten besonders deutlich wird, stehen die Vereine vor neuen Herausforderungen. Sie übernehmen zusätzliche Aufgaben und eine erhöhte Verantwortung ist spürbar. Damit die Vereine dies jedoch leisten können, braucht es nicht nur den Willen der Menschen vor Ort und ihre Bereitschaft zum Engagement, sondern es bedarf auch der Unterstützung und Wertschätzung durch die politischen VerantwortungsträgerInnen und durch eine breite regionale Öffentlichkeit.

Gleichwohl werden die Aktivitäten und Leistungen ländlicher Vereine außerhalb ihres unmittelbaren Wirkungskreises immer noch kaum wahrgenommen. Sie sind häufig weder im Bewusstsein der regionalen Öffentlichkeit präsent noch sind sich die politischen Repräsentanten der Landespolitik ihrer ausreichend bewusst. Gerade auch die Anliegen der Menschen, die sich tagtäglich engagieren und in gemeinsamer Initiative das Leben vor Ort bereichern, sind kaum bekannt und finden kaum Gehör.

Das möchte das Projekt Vereinsdialoge des Landesheimatbunds Sachsen-Anhalt e.V., das in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt durchgeführt wird, ändern!

Dazu hat der Landesheimatbund Vereinsdialoge zwischen in Vereinen engagierten Menschen und PolitikerInnen der Landesebene angestoßen. Diese Dialoge sollen einerseits den in den Vereinen engagierten Menschen ein Forum bieten, um ihre Ideen und Aktivitäten vorzustellen und auftretende Herausforderungen sowie generelle Bedingungen für bürgerschaftliches Engagement in Sachsen-Anhalt anzusprechen. Andererseits sollen sie über eine mediale Begleitung dazu beitragen, das vielfältige bürgerschaftliche Engagement der Vereine gerade des ländlichen Raums Sachsen-Anhalts sichtbarer zu machen.

Nicht zuletzt sollen die Vereinsdialoge die direkte Kommunikation zwischen den BürgerInnen und ihren politischen RepräsentantInnen beleben, das Eis brechen und eine fruchtbare Zusammenarbeit einleiten. Der Landesheimatbund will damit auch dazu beitragen, dass Politikverdrossenheit verringert wird, Vorurteile sich auflösen und die politische Kultur insgesamt erquickt wird.

Die Vereinsdialoge haben vor den Landtagswahlen im März 2016 mit den Wahlkreis-KandidatInnen der Parteien begonnen. Jetzt werden sie mit den gewählten Landtagsabgeordneten fortgeführt.

Der Landesheimatbund regt die Dialoge an, bereitet sie in Zusammenarbeit mit Vereinen vor, begleitet den Prozess vor den Dialogen, moderiert die Vereinsdialog-Veranstaltungen und dokumentiert die Ergebnisse.

Gleichzeitig werden die Vereine auch dazu angeleitet, diese Art Veranstaltungen in Zukunft auch in Eigenregie durchführen zu können. Am Ende des Projektzeitraums soll eine kleine Publikation entstehen, in der die gesammelten Erfahrungen an andere Vereine, Verbände und Engagierte im ländlichen Raum weitergegeben werden.

Ansprechpartner:
Tilo Garlipp
Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V.
Regionalbüro Magdeburg
Steubenallee 2
39104 Magdeburg
vereinsdialoge@lhbsa.de
Tel. 0391/54 10 764

 

Vereinsdialog_Pinnwand

Im Folgenden wird aus den Vereinsdialogen des Landesheimatbundes Sachsen-Anhalt berichtet. Der nachstehende Text ist dem Sachsen-Anhalt Journal entnommen. Dort ist er in der Ausgabe 2/2016 erstmalig veröffentlicht worden.

Vereinsdialoge

Zwischenbericht zu einem Projekt des Landesheimatbundes
von Tilo Garlipp

Mit den „Vereinsdialogen“ das Ehrenamt stärken und Aufmerksamkeit schaffen
In der Ausgabe 4/2015 wurde das Projekt der „Vereinsdialoge“ vorgestellt. Mit diesem Projekt will der Landesheimatbund ehrenamtlich engagierte Menschen mit ihren regionalen politischen RepräsentantInnen bzw. AnsprechpartnerInnen zusammenbringen.

Ziel der Vereinsdialoge ist es, auf den großen und wertvollen Beitrag aufmerksam zu machen, den Vereine und Ehrenamtliche zur Gestaltung und Belebung des öffentlichen Lebens beitragen. Weiterhin soll den Vereinen dabei die Möglichkeit gegeben werden, an ihre politischen RepräsentantInnen jene Anliegen und Themen heranzutragen, die sie vor Ort beschäftigen. Im Laufe der Diskussion sollen Wege gefunden werden, wie Ideen verwirklicht oder mit aktuellen Herausforderungen umgegangen werden kann. Die Vereinsdialoge dienen also als ein Ort und ein Forum, um – trotz sicherlich oftmals sehr unterschiedlicher Ansichten – in konstruktiver und freundlicher Atmosphäre miteinander zu diskutieren und gemeinsam nach Perspektiven und Lösungen zu suchen. Die Vereinsdialoge sollen stetig wiederkehrende Veranstaltungen und keine Eintagsfliegen sein. Der Landesheimatbund will den Vereinen auf diese Weise neue Kontakte verschaffen, die langfristig halten und zur besseren Vernetzung beitragen sollen. Zudem werden die Vereine dazu motiviert und angeleitet, den Austausch mit politischen VertreterInnen in Zukunft auch selbst zu suchen, zu organisieren und zu halten.

Die Landeszentrale für politische Bildung als Finanzgeberin und Unterstützerin des Projekts will mit dieser Veranstaltungsform nicht zuletzt auch zur Belebung der politischen Kultur und zu einem engeren Kontakt und Austausch zwischen den BürgerInnen und ihren politischen RepräsentantInnen beitragen.

Insgesamt stehen die Vereinsdialoge unter dem Motto: Das ehrenamtliche Engagement vor Ort wertschätzen, stärken und unterstützen – um die Freude am Ehrenamt zu erhalten und zu fördern!

Organisation und Ablauf der „Vereinsdialoge“
Zunächst fanden sich elf Vereine (an sieben Orten), die interessiert und trotz recht kurzer Vorlauf- und Organisationszeit bereit waren, sich auf das „Experiment“ einzulassen. Denn, von vorneherein war klar: Es gibt bislang kaum Erfahrungen, auf die man in der Vorbereitung solcher Dialoge, an denen VertreterInnen unterschiedlicher Parteien und politischer Ebenen teilnehmen und bei denen über Themen geredet werden soll, die allein von den BürgerInnen vor Ort bestimmt werden, aufbauen könnte. Auch die Zielsetzung, gemeinsam Lösungen für lokale Herausforderungen zu diskutieren und zu finden, ist neu.

Die erste Runde der Vereinsdialoge fand direkt im Vorfeld der Landtagswahlen statt. Als GesprächspartnerInnen für die Vereine standen daher die lokalen Wahlkreis-KandidatInnen und die bisherigen Landtagsabgeordneten im Zentrum. Der Kreis ließ sich darüber hinaus um VertreterInnen der kommunalen Ebene, des Kreises und der Verwaltung erweitern.

Teilnehmende Vereine der ersten Runde der Vereinsdialoge:
Ah!Land e. V., Krumke
Brachwitzer Alpen e. V., Brachwitz
denkMal und Leben e. V., Havelberg
Heimat- und Geschichtsverein Brehna e. V., Brehna
Heimat- und Naturschutzverein
Hainrode e. V., Hainrode
Kulturförderverein Östliche Altmark e. V., Altenzaun
Kulturland Osterwieck e. V., Osterwieck
Künstlerstadt Kalbe e. V., Kalbe (Milde)
Schloss Ostrau e. V., Ostrau
Veltheim-Initiative e. V., Veltheim
Wische e. V., Rohrbeck

Damit die Dialoge möglichst erfolgreich laufen konnten und die TeilnehmerInnen motiviert sind weiterzumachen, wurde jede der sieben Dialogveranstaltungen im Vorfeld gründlich vorbereitet. Dazu gab es ein Treffen mit interessierten Vereinsmitgliedern und von diesen dazu eingeladenen Partnern. Es wurde der Ablauf einer Dialogveranstaltung vorgestellt, Organisatorisches geklärt und dann darüber gesprochen, welche Themen der Verein bzw. die Vereine auf dem Vereinsdialog ansprechen möchten. Hier standen also Fragen im Vordergrund, wie: Was beschäftigt uns im Ehrenamt, vor Ort oder generell? Was würden wir gern verändert sehen? Wie könnten wir das in Zusammenarbeit mit anderen erreichen?

Für jedes Thema formulierten die Beteiligten konkrete Wünsche und Erwartungen, die an die KandidatInnen adressiert waren. Thematisch wurden die Dialoge von Anfang an zweigeteilt: Im ersten Teil standen Themen, die einen relativ deutlichen Bezug zu den Aktivitäten des Vereins oder zu den Bedingungen für ehrenamtliches Engagement hatten, im Vordergrund; im zweiten Teil lag der Schwerpunkt eher auf örtlichen, regionalen oder aktuellen Themen.

Nachdem die Themen festgelegt waren, wurden sie den LandtagskandidatInnen übermittelt. Auf diese Weise war es später einfacher, auf konkrete Anliegen auch konkrete Aussagen und Vorschläge zu erhalten. Weitere Maßnahmen, die dazu dienen sollten, den Dialogen einen verbindlichen Charakter zu geben und konkrete Ergebnisse zu liefern, waren (u.a.): Möglichst viele Vereinsmitglieder wurden aufgerufen teilzunehmen (mehr Anwesende bedeutete dabei auch mehr Öffentlichkeit und Verbindlichkeit); PressevertreterInnen wurden eingeladen; die

Redezeit wurde beschränkt; ein Protokoll über die wichtigsten Aussagen und Abmachungen des Abends wurde geführt; eine Moderation sorgte dafür, dass Themen getrennt voneinander behandelt wurden und Aussagen möglichst konkret waren; es wurde darauf hingewiesen, dass bei Folgeveranstaltungen das jetzt Besprochene wieder aufgegriffen und nachverfolgt wird und es wurde dazu aufgerufen, den Austausch auch unabhängig von den Veranstaltungen fortzusetzen.

Themen, die den Vereinen und Ehrenamtlichen wichtig waren und häufig angesprochen wurden
Im ersten Teil des Abends, der sich mit den Themen, die einen Bezug zum Vereinsleben und zu Bedingungen für das Ehrenamt hatten, befasste, wurden von den Vereinen / Teilnehmenden häufig sehr ähnliche Probleme angesprochen. So stand auf beinahe jedem Dialog das Thema „Förderung von Vereinen“ oder generell „Fördermittel“ auf der Tagesordnung. In diesem Zusammenhang wurde u. a. über Projektförderung, die die aktuell gängige Förderungspraxis darstellt, diskutiert. Beispielsweise wurde darauf hingewiesen, dass der Eigenmittelanteil, der zur Fördermitteleinwerbung erforderlich ist, ein großes Hemmnis darstelle; oder dass in der Projektförderung die Nachhaltigkeit fehle, was sich daran zeige, dass nach dem Auslaufen der Förderung das Geld für den Betrieb / Unterhalt des Aufgebauten fehlt. Auch wurde bemängelt, dass die Fördermittellandschaft zu intransparent sei, Vereine könnten kaum überblicken, an welcher Stelle und wofür Fördermittel bereit stünden. Zudem wurde die komplizierte Antragstellung kritisiert, die ohne erheblichen Zeitaufwand durch Ehrenamtliche kaum zu leisten sei. Vereine erhielten dabei auch zu wenig Unterstützung durch Fachleute aus der Verwaltung. Weiterhin wurde oft beklagt, dass die Gemeinden die Vereine kaum unterstützen könnten. Vielmehr sei es sogar so, dass die Gemeinden aufgrund einer allzu klammen Haushaltslage über Ausgabenstreichungen im Bereich der freiwilligen Aufgaben und die Erhebung von Gebühren die Vereine in ihrem ehrenamtlichen Engagement eher behinderten. Deshalb wurde sehr häufig der Wunsch geäußert, dass die Gemeinden durch das Land finanziell stärker unterstützt würden, damit sie Vereine wiederum besser und mehr unterstützen könnten, anstatt sie mit finanziellen Auflagen zu gängeln. Vielerorts wurde auch auf den anfallenden Verwaltungsaufwand, beispielsweise in Form von Sozial-, Lohn- und Finanzabrechnungen, hingewiesen, der für Vereine und Ehrenamtliche eine erhebliche Belastung darstelle. Oftmals wünschte man sich zudem, dass zukünftige Landtagsabgeordnete häufiger den Kontakt zu den Vereinen und ehrenamtlich Aktiven suchen, z. B. indem sie Vereinsveranstaltungen besuchen, auf eigene Angebote und Veranstaltungen aufmerksam machen oder einfach den Austausch pflegen.

Die KandidatInnen zur Landtagswahl auf der anderen Seite zeigten sich glücklich darüber, dass sich die Menschen vor Ort an den Dialogen beteiligten und sich einbrachten – und waren sehr interessiert an deren Anliegen. Insbesondere bereits amtierende Landtagsabgeordnete betonten häufiger, dass sie diesen Austausch als sehr wertvoll empfänden – gerade, weil es für sie eine große Bereicherung für ihre Arbeit im Landtag sei. Es hieß oft, dass sie nicht immer alle Anliegen und Themen, die die Menschen vor Ort beschäftigen, von allein erkennen oder „erfühlen“ könnten, sondern dass sie darauf angewiesen seien, dass Leute auf sie zukämen und sie auf Themen aufmerksam machten.

Mehrfach wiesen die LandtagskandidatInnen darauf hin, dass es nicht für jedes Anliegen auch gleich „die“ Lösung gäbe, sondern eine Lösung gefunden werden müsse, die möglichst viele bereit seien mitzutragen. Das sei Merkmal einer Demokratie. Deshalb könne es auch mal länger dauern, was etwas Geduld – auch für andere – erfordere.

Häufig konnten die LandtagskandidatInnen gute Tipps geben oder realistische Perspektiven aufzeigen, wie sie sich eines konkreten Anliegens annehmen werden. So gab es z. B. den Hinweis auf die Fördermitteldatenbank des Landes Sachsen-Anhalt im Internet, auf der alle verfügbaren Fördertöpfe relativ schnell und einfach recherchiert werden können; weiter wurden Mittel und Wege aufgezeigt, wie es Vereinen möglich ist, den nötigen Eigenmittelanteil aufzubringen – dabei wurde auch direkte Unterstützung angeboten oder es wurden AnsprechpartnerInnen benannt, an die sich Vereine wenden können, wenn sie Hilfe bei der Akquise von Fördermitteln brauchen. Einzelne KandidatInnen sagten zu, dass sie sich auf Gemeindeebene dafür stark machen würden, dass Vereine nicht weiter durch Gebühren belastet werden; dass im Kreistag die Schaffung einer Ansprechstelle für Vereine in der Kreisverwaltung angeregt wird; dass sie, sollten sie in den Landtag gewählt werden, sich dafür einsetzen würden, den gesetzlichen Rahmen zu überarbeiten, der Einfluss darauf hat, welcher Verwaltungsaufwand für Vereine anfällt. An anderer Stelle sicherte man zu, dass die Gemeinden in der nächsten Wahlperiode mehr finanzielle Unterstützung durch das Land bekommen sollen.

Eins wurde bei alledem oftmals deutlich: Dass die KandidatInnen motiviert und engagiert waren, ein bestimmtes Anliegen mitzunehmen und zu bearbeiten. Allen Beteiligten, ob Vereinsmitglieder oder politische VertreterInnen, war zudem anzumerken, dass sie sich bewusst waren, gemeinsamen im gleichen Boot zu sitzen, auch wenn man sich nicht immer „grün“ war. Dennoch wollte man gemeinsam vorankommen und vor Ort etwas in Bewegung bringen.

Im allgemeineren, zweiten Teil des Abends wurden oft lokale Themen mit einem direkten Bezug zur Ortschaft, zur Gemeinde oder zur Region angesprochen. Hier ging es um Themen wie Schulstandorterhaltung, Abwasserentsorgung, öffentlicher Personennahverkehr, Breitbandausbau, regionale Tourismusförderung, die Auswirkungen des demografischen Wandels und um die Frage, wie damit umgegangen werden kann (z. B. Leerstand). Auch hier kam es zu sehr angeregten, ideenreichen und konstruktiven Diskussionen. Es war stets offensichtlich, dass alle Beteiligten eins wollten: die Ortschaft, Gemeinde, Region voranbringen. Nicht selten konnten gemeinsame Vorgehensweisen oder Kompromisse gefunden und Vereinbarungen über eine konkrete Zusammenarbeit getroffen werden. Manche Themen waren aber ganz einfach „zu groß“ für die Runde und die Möglichkeiten eines Abends, sodass sich nicht in jedem Fall eine Perspektive finden ließ. Auch das gehört dazu. Doch auch in diesen Fällen, war meist allen anzumerken, dass sie schon allein der Austausch und das Gespräch über Themen, die sie beschäftigen, zufriedener machte, dass sie die Diskussion wertschätzten und als eine Bereicherung, einen Fortschritt betrachteten.

Ziel ist es, bei den nächsten Vereinsdialogen die vielen Vereinbarungen und in Aussicht gestellten Handlungen wieder aufzugreifen, nachzuverfolgen, eine erste Bilanz zu ziehen und das Gespräch fortzusetzen.

Die erste Runde der Vereinsdialoge – Ein Erfolg?
Ja, die Vereinsdialoge waren schon in der ersten Runde ein voller Erfolg. Auch wenn es an der einen oder anderen Stelle noch besser hätte laufen können oder der eine oder die andere mehr erwartet hätte: Rückblickend ist es erstaunlich, wie positiv die erste Runde trotz mancher Unwägbarkeiten gelaufen ist. Zum Bespiel hätte die Wahlkampfzeit, mögliches Wahlkampfgetöse, eine hitzige, unkooperative Stimmung, pauschalisierende oder beschimpfende Wortbeiträge oder eine ermüdende Betonung von Allgemeinplätzen die Dialoge belasten können. Obwohl es kaum Erfahrungen mit diesem Format gab, sind die einzelnen Veranstaltungen sehr gut gelaufen und wurden auch von der großen Mehrzahl der TeilnehmerInnen positiv bewertet.

Die Vereinsdialoge der ersten Runde waren allesamt durch eine konstruktive, freundliche und offene Atmosphäre gekennzeichnet. Meinungsunterschiede haben nie dazu geführt, dass die Stimmung unfreundlich geworden wäre oder sich die Möglichkeit versperrt hätte, einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Dafür gebührt allen Beteiligten großer Respekt. Ohne Geduld, ohne sich gegenseitig zuzuhören, ohne Toleranz gegenüber Menschen mit anderen Ansichten und ohne die Bereitschaft, auch mal Kompromisse einzugehen hätten die Vereinsdialoge nicht funktionieren können.

Häufig zeigte es sich, dass die Themenvielfalt und der Rede- und Austauschbedarf groß waren und die Zeit eher zu knapp. Das ist ein Zeichen dafür, dass das vom Landesheimatbund entwickelte Veranstaltungsformat für den Austausch, das Finden von gemeinsamen Zielen und zur Weichenstellung für zukünftige Zusammenarbeit sehr gut geeignet ist.

Es wird dabei auch in Zukunft nicht immer eine auf der Hand liegende Lösung geben, aber häufig wird mit einem Dialog ein Prozess angestoßen. Nur wer den Austausch und den Dialog sucht, Themen an Ort und Stelle anspricht und gemeinsam mit anderen diskutiert, nur der hat auch die realistische Chance darauf, etwas in Bewegung zu setzen und am Ende tatsächlich das gewünschte Ziel zu erreichen.

Ausblick
Zurzeit ist die zweite Runde der Vereinsdialoge in Vorbereitung. Die Veranstaltungen werden im August/September an zehn Orten und mit den in den Landtag gewählten Wahlkreis-Abgeordneten stattfinden. Bei den anstehenden Vorbereitungstreffen mit den Vereinen werden wir auf dem Erfolg der ersten Runde aufbauen.